Hintergrund für diese Entscheidung ist die unklare Bewertung der Brust bei einer Mammographie nach Macrolaneinjektionen. Radiologen beklagen schon seit Jahren, dass bei Brüsten mit Macrolanebehandlung die Abgrenzung zu Brustkrebs sich als schwierig darstellt. Im September 2011 reagierte dann das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Das Institut bat um eine fachliche Stellungnahme der DGPRÄC.Hintergrund für diese Entscheidung ist die unklare Bewertung der Brust bei einer Mammographie nach Macrolane.
Herr Dr. Ziah Taufig, Mitglied der DGPRÄC und Generalsekretär der fachübergreifenden Gesellschaft Ästhetischer Chirurgen Deutschland (GÄCD), befasste sich mit dem Thema und kam zu folgendem Ergebnis: „Die Literatur ist dünn, beschriebene Einzelfälle deuten aber zumindest folgende Risiken an: Die genannten Probleme bei der Diagnose von Brustkrebs, wobei sowohl deutlich verzögertes Erkennen als auch Falschdiagnosen berichtet wurden – beides ist für die Patientinnen fatal“, konstatiert Taufig und ergänzt, dass es verschiedene Empfehlungen der Firma Q-Med gebe, wie das Gel einzubringen sei. „Wird ein Depot gewählt, bleibt das Gel offenbar nicht im Gel-Depot, sondern wandert. Nach falscher Injektionstechnik litt eine Patientin unter sicht- und tastbaren Knoten, eine andere Patientin hatte noch zwei Jahre nach der Injektion hartnäckige Schmerzen im Arm und an der Brustwand. In einem Fall war eine Revision des Eingriffs erforderlich. Nach Eröffnung der Brust fand sich eine verklebte Grenzschicht, Gel wurde auch im Fett, im Brustdrüsengewebe sowie im Pektoralismuskel gefunden“, berichtet Taufig. Hyaluronsäure wird schon lange zur Unterspritzung von Falten genutzt. Hierbei werden aber geringste Mengen verwendet. Wie sich der Stoff aber im Gewebe langfristig verhält ist noch unklar. Die wissenschaftliche Aufarbeitung befindet sich hier noch am Anfang.
Dabei müsse im Rahmen einer Injektion von Hyluronsäure in die Brust zur Brustvergrößerung besonderes Augenmerk darauf gelegt werden, wie sich die chemisch hergestellte Hyaluronsäure in hormonellem Brustgewebe verhält. „Für die Beantwortung dieser Fragen gibt es zumindest Hinweise und Ansätze. Andere Fragen sind völlig offen – so etwa, wie sich der Füllstoff verhält, wenn sich eine Schwangerschaft einstellt“, sagt Taufig abschließend.
Quelle: Galderma/Q-Med; DGPRÄC



Im April 2012 hat die Firma Galderma/Q-Med die Hyaluronsäure Macrolane zur Brustvergrößerung vorübergehend aus der Zulassung genommen.
