Tatoo-Entfernung mittels Laser
Es sollte eigentlich für immer sein: Der ultimative Liebesbeweis per "Forever"-Tatoo. Doch leider sah die Realität anders aus. Und auch nicht alles, was man sich achtzehnjährig in Urlaubsstimmung unter die Haut hat stechen lassen, entspricht noch dem eigenen ästhetischen Empfinden zehn Jahre später. Fest steht, die "Jugendsünde" muss weg. Hierfür bietet sich eine Tatoo-Laser-Entfernung an.
In den Anfangszeiten der Tatoo-Laser-Entfernung benutzte man noch häufiger Geräte wie beispielsweise Co2-Laser, die die Tätowierung „ausbrennen“ sollten. Patienten behielten vielfach helle Narben zurück. Die modernen, zur Tätowierungsentfernung eingesetzten Laser arbeiten nach einem anderen Prinzip – dem der Lichtabsorption. Bei dieser Technik der Tätowierungsentfernung werden die Farbpigmente des ursprünglichen Tattoos mit - der jeweiligen Farbwellenlänge entsprechenden -Laserstrahlen beschossen, nehmen diese auf, werden zerstört und schließlich vom Immunsystem abtransportiert. Hierbei haben sich zwei Laserarten als besonders erfolgversprechend erwiesen. Der Nd:YAG-Laser (gütegeschaltet oder frequenzverdoppelt) sowie der Rubinlaser (gütegeschaltet). Für die Entfernung schwarzer oder dunkelblauer Tätowierungen wird der gütegeschaltete Nd:YAG-Laser eingesetzt, für rote, orange und gelbe Tattoos der frequenzverdoppelte Nd:YAG-Laser, wohingegen der mit sehr kurzem Puls arbeitende Rubinlaser auf ein breiteres Spektrum an Farben wirkt. Er gilt als nicht so effektiv wie die Nd:YAD-Laser, dafür aber als besonders schonend. Im Allgemeinen aber gelten beide Laserarten gemeinhin als technisch hoch entwickelt sowie gut verträglich.
Für wen eignet sich die Tatoo-Laser-Entfernung?
Der Laser erhitzt die in der Haut eingeschlossenen Farbpigmente durch Lichtabsorption so stark, bis sie zerbersten. Dies erfolgt Schicht um Schicht, sodass mehrere Lasertherapie-Sitzungen notwendig sind. Je nach Beschaffenheit der Tätowierung muss mit fünf bis zehn Terminen gerechnet werden, bei aufwändigen maschinengestochenen Tattoos eventuell sogar mit mehr. Da zwischen den einzelnen Sitzungen Pausen von vier bis sechs Wochen eingehalten werden müssen, ist bei einer Tattoo-Laser-Entfernung vor allem Geduld gefragt. Prinzipiell gilt: Dunkle Tattoos lassen sich schneller und leichter entfernen als helle, alte besser als neue. Als Faustformel kann man sich merken: Je länger das Stechen dauerte, desto länger dauert auch die Tattoo-Entfernung.
Die Behandlung
Der Eingriff selbst dauert nur wenige Minuten. Unmittelbar vorher wird die Haut mit einer Betäubungscreme und mittels Kühlung unempfindlicher gegen den durch die Lichtreaktion hervorgerufenen Schmerz gemacht. Dieser entspricht in etwa dem beim Stechen des Tattoos. Es gibt allerdings Patienten, die gar nichts spüren.
Während des Prozesses der Tattoo-Laser-Entfernung wird man eine Verfärbung bzw. ein Verblassen des Tattoos beobachten können, die sich - bei mehrfarbigen Tätowierungen - durch die unterschiedlichen Abbauzeiten der verschiedenen Farben erklärt. Kurz nach der Behandlung ist oftmals noch der Umriss der Tätowierung als aufgehellte Hautpartie zu erkennen. Diese dunkelt aber mit der Zeit nach und nimmt wieder die Pigmentierung der umliegenden Haut an. Im Allgemeinen kann man davon ausgehen, dass nach der Tattoo-Laser-Entfernung keine Narben zurückbleiben. Nur an ungünstig exponierten Hautstellen, die unter großer Spannung stehen, wie beispielsweise Knie oder Dekolletee, kann es zu einer Narbenbildung kommen. Das Risiko wird hier mit ein bis zwei von einhundert Personen bewertet.
Hat man sich für die Tattoo-Entfernung mittels Laser entschieden, sollte man den Eingriff in einer Arztpraxis vornehmen lassen. Tätowierungsentfernungslaser nämlich unterliegen der Laserschutzklasse 4. Das heißt, diese Geräte dürfen ausschließlich von einem Arzt oder Personen, die in Anwesenheit des Arztes unter dessen unmittelbarer Anweisung arbeiten, bedient werden.




